Deshalb verstehen wir Kulturpolitik als Pflichtaufgabe und die Ausgaben hierfür als Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Wir werden die kulturelle Infrastruktur fördern und städtischen Institutionen nicht privatisieren. Nirgendwo sonst in der Region gibt es ein so breites Angebot an Kunst und Kultur. Kunst und Kultur fördern Kreativität, vermitteln gesellschaftliche Werte, schaffen Identität und Identifikation. Den kulturellen Reichtum unserer Stadt haben wir auch jenen Einrichtungen zu verdanken, die nicht in direkter Verantwortung der Stadt stehen. Das Saarländische Staatstheater, die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, der Saarländische Rundfunk, die Museen und andere Einrichtungen sind Kulturträger ersten Ranges und prägen das kulturelle Profil der Landeshauptstadt. Wir wollen unser vielfältiges kulturelles Profil weiter entwickeln und den Anstoß zu einer gemeinsamen Vermarktung der Kulturangebote in unserer Stadt geben. Seien dies nun Angebote des Landes, des Regionalverbandes, der Stadt oder private kulturelle Angebote.
Die öffentlichen Mittel für Kultur werden wir so einsetzen, dass sich einerseits neue, kreative Ansätze entwickeln können und andererseits bestehende Einrichtungen ihre Leuchtturmfunktion entfalten können. Das Filmfestival Max Ophüls Preis hat sich auch in seiner 30. Ausgabe als Forum des deutschsprachigen Nachwuchsfilms seinen herausragenden Platz unter den deutschen Filmfestivals bewahrt. Die Perspectives als Festival der deutsch-französischen Bühnenkunst präsentiert zeitgenössische deutsche und französische Aufführungen von hohem Rang in den Bereichen Theater, Tanz, Straßentheater, Zirkus und aktueller Musik. Wir wollen die Verankerung des Festivals in der Stadt und seine Hinwendung zu breiteren Publikumsschichten fördern. Diesen beiden kulturellen Leuchttürmen werden wir die erforderlichen finanziellen Spielräume gewährleisten, um ihre jeweils unverwechselbaren Profile im nationalen Vergleich mit anderen überregionalen Film- und Theaterfestivals zu schärfen. Daneben wollen wir die Mittel für die Förderung der freien Kulturszene deutlich anheben und die Förderkriterien transparent und gerecht ausgestalten.
Die kommunale Filmarbeit kann in Saarbrücken auf eine drei Jahrzehnte währende und erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Mit dem Filmhaus in der Mainzer Straße haben die kommunale Filmkultur und die Filmkunst vor 17 Jahren eine Heimat gefunden. Wir werden das Filmhaus am jetzigen Standort erhalten. Gleiches gilt für die Saarbrücker Stadtgalerie als Schaufenster aktueller Kunst, für deren Erhalt und deren eigenständiges Profil wir uns einsetzen. Für die Räume des früheren Feuerdrachens in der Feuerwache ergeben sich neue Chancen als Spielstätte für die freie Theaterszene und andere kulturelle Anbieter, die wir nutzen wollen. Der neu gestaltete Landwehrplatz wird von diesem Leben und Flair profitieren. Das Kleine Theater im Rathaus ist eine über die Stadtgrenzen hinaus viel beachtete Spielstätte für das Figurentheater. Wir werden den Fortbestand des Kleinen Theaters in städtischer Trägerschaft sichern und für eine tragfähige finanzielle und personelle Ausstattung sorgen. Die SPD Saarbrücken unterstützt die Wünsche des Saarlandmuseums nach einer Erweiterung ihrer Ausstellungsflächen. Die bisher vorgestellten Pläne hierzu fügen sich jedoch städtebaulich – auch vor dem Hintergrund des Vorhabens Stadtmitte am Fluss – nicht in die Umgebung ein und werden daher von uns abgelehnt.
Die SPD Saarbrücken unterstützt Bemühungen, die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit im Rahmen des Städtenetzwerkes Quattropole auszubauen. Das Städtenetzwerk kann so auch für hochwertige kulturelle Ereignisse genutzt werden, die in die Großregion ausstrahlen und diese für ihre Bürgerinnen und Bürger greifbar und erlebbar macht.
Kultur fördert die Lebensqualität in den Stadtteilen und ist für die Teilhabe der Saarbrücker und Saarbrückerinnen am gesellschaftlichen Leben unverzichtbar. Sie ist darüber hinaus eine der wichtigen Voraussetzungen, um eine gute Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen zu fördern. Deshalb wollen wir Kinder früh an kultureller Bildung beteiligen und ihr kreatives Schaffen fördern. Wir brauchen einen nachhaltigen Ausbau der Angebote an kultureller und musischer Bildung von Kindesbeinen an. Dabei sind auch außerschulische kulturelle Orte wie Theater, Museen, Kinos als Lernorte zu entdecken und zu vertiefen. Schauspieler, Musiker, Sänger, aber auch bildende Künstler können aus erster Hand über ihr künstlerisches Schaffen informieren und die heranwachsenden Kinder und Jugendliche begeistern. Dabei wollen wir auch die städtischen Institutionen wie Stadtbibliothek, Kultur- und Lesetreffs, Stadtarchiv, Musikschule, Filmhaus und Schulen einbeziehen und miteinander vernetzen.
Die Kultur- und Lesetreffs leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in den Stadtteilen. Wir werden sie erhalten und ihre Personalisierung sicherstellen. Die Kulturschaffenden in den Stadtteilen brauchen eine stärkere Unterstützung. Es ist uns wichtig, das kulturelle Angebot vor Ort zu fördern und damit die Erreichbarkeit und die Möglichkeit der kulturellen Partizipation zu stärken. Es gilt, mehr Raum für Kunst und kulturelles Leben zu schaffen. Die Vermittlung von kostengünstigen Künstlerateliers und Musikproberäumen werden wir professionalisieren. So bieten wir Kunstschaffenden ein attraktives Umfeld und verhindern ihre Abwanderung.
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