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Kulturszene unterstützen: Conradt muss seinem Kulturdezernenten Beine machen!

Die Kulturszene in Saarbrücken braucht Hilfe, und zwar jetzt! Die Szene braucht Geld, aber sie braucht vor allem auch Perspektiven und verlässliche Ansprechpartner bei der Stadt. Statt haushaltspolitische Bedenken vorzuschieben, sollte OB Conradt seinem Kulturdezernenten schleunigst Beine machen…

Es kann nicht sein, dass der Oberbürgermeister einerseits von der Vision fabuliert, Saarbrücken zur Europäischen Kulturhauptstadt zu machen und andererseits die Freie Szene in der Krise am ausgestreckten Arm verhungern lässt: Bis heute hat die Verwaltung dem Rat noch keinen Vorschlag zur Finanzierung der Freien Szene unterbreitet. Gerade jetzt wäre es nötiger denn je, klare Ansagen zu machen. Damit die Künstlerinnen und Künstler wissen, womit sie planen können.

Kommt Conradt der Existenzkampf der freien Kunstszene möglicherweise gerade recht, um Mittel für breitenwirksame Eventkultur freizuschaufeln? Das würde dann bedeuten: weniger Kunst, mehr Pop. Mit uns ist das nicht zu machen – wir wollen eine ausgewogene Mischung in der Kulturszene.

Die Landesregierung unterstützt die zahlreichen kleinen Unternehmen und Soloselbständigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft bereits schnell und unbürokratisch, damit sie zumindest die nächsten Monate einigermaßen über die Runden kommen. Auch zahlreiche private und politische Initiativen zur Stärkung der Kulturszene leisten Hilfe, wie etwa die Spendenaktion des Kulturforums der Sozialdemokratie Saarland e.V.

Aber wir dürfen uns keine Illusionen machen: 2020 droht ein verlorenes Jahr für die städtische Kultur zu werden. Es wird auf längere Sicht keine großen Veranstaltungen, keine Festivals geben, und auch kleine Events werden nur eingeschränkt stattfinden können. Jetzt muss Vorsorge dafür getroffen werden, dass hier kein Bruch entsteht, weil wichtige – überwiegend von Vereinen und Privatpersonen getragene – Institutionen pleitegehen.

Deshalb muss umgehend geklärt werden, ob zum Beispiel Mittel, die für Projektförderungen geplant waren, in Zuschüsse umgewandelt werden können, oder die Laufzeiten bereits bewilligter Projekte so verändert werden, dass die Mittel nicht verfallen.

Auf die Kreativität der Kulturschaffenden ist Verlass, die werden sich etwas einfallen lassen, wie es nach der Krise weitergeht. Damit es aber überhaupt weitergehen kann, dafür muss jetzt die Kulturverwaltung Kreativität zeigen!

Susanne Commerçon-Mohr

 

Susanne Commercon-Mohr